Humor in der Mediation: Wann er hilft und wann er schadet

In der Mediation, wo Konflikte aufbrechen und Emotionen hochkochen, mag Humor zunächst unpassend erscheinen. Aber richtig eingesetzt, kann Humor ein wirksames Werkzeug sein, um Spannungen abzubauen, eine Beziehung aufzubauen und kreative Lösungen zu fördern. Allerdings birgt Humor auch Risiken, wenn er unachtsam eingesetzt wird.

Die Vorteile von Humor in der Mediation

  • Spannungsabbau: Humor kann helfen, die Atmosphäre aufzulockern und die Anspannung zwischen den Parteien zu reduzieren. Dies kann es ihnen erleichtern, sich zu öffnen und effektiver zu kommunizieren.
  • Beziehungsaufbau: Gemeinsames Lachen kann ein Gefühl der Verbundenheit schaffen und die Parteien daran erinnern, dass sie trotz ihrer Differenzen etwas gemeinsam haben.
  • Perspektivenwechsel: Humor kann den Parteien helfen, ihre Situation aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und festgefahrene Positionen zu überwinden.
  • Kreativitätsförderung: Eine entspannte und positive Atmosphäre, die durch Humor gefördert wird, kann die Kreativität anregen und zu neuen Lösungsansätzen führen.
  • Blockadenlösung: Humor kann helfen, Blockaden im Gehirn zu lösen und die Aufnahmebereitschaft der Medianden für die Perspektiven des jeweils anderen zu fördern.

 

Die Risiken von Humor in der Mediation

  • Missverständnisse: Humor ist subjektiv und was für den einen lustig ist, kann für den anderen beleidigend sein.
  • Verletzte Gefühle: Unangemessener Humor kann Gefühle verletzen und das Vertrauen zwischen den Parteien und dem Mediator beschädigen.
  • Ablenkung: Humor kann von den eigentlichen Problemen ablenken und den Fortschritt der Mediation behindern.
  • Unprofessionalität: Übermäßiger oder unpassender Humor kann den Mediator als unprofessionell erscheinen lassen.

 

Wann ist Humor in der Mediation evtl. angebracht?

  • In der Anfangsphase: Ein wohldosierter Scherz oder eine Anekdote kann helfen, das Eis zu brechen und eine entspanntere Atmosphäre zu schaffen.
  • In der Phase der Interessenerklärung: Humor kann helfen, Ängste abzubauen und die Parteien zu ermutigen, ihre Interessen offen zu legen.
  • In der Phase der Lösungsentwicklung: Humor kann die Kreativität fördern und die Parteien ermutigen, unkonventionelle Lösungen in Betracht zu ziehen.
  • In der Phase der Vereinbarung: Humor kann helfen, Spannungen abzubauen und die Parteien zu ermutigen, Kompromisse einzugehen.

 

Wann ist Humor in der Mediation unangebracht?

  • Wenn die Parteien sehr emotional sind: In solchen Situationen ist es wichtig, die Gefühle der Parteien ernst zu nehmen und nicht ins Lächerliche zu ziehen.
  • Wenn es um sehr sensible Themen geht: Bei Themen wie Trauer, Missbrauch oder Diskriminierung ist Humor unangebracht.
  • Wenn eine Partei sich unwohl fühlt: Wenn eine Partei signalisiert, dass sie sich durch den Humor des Mediators oder der anderen Partei unwohl fühlt, sollte der Humor sofort eingestellt werden.

 

Was ist bei der Verwendung von Humor in der Mediation zu beachten?

  • Authentizität: Der Humor sollte authentisch sein und zur Persönlichkeit des Mediators passen.
  • Empathie: Der Mediator sollte ein gutes Gespür dafür haben, wann Humor angebracht ist und wann nicht.
  • Respekt: Der Humor sollte respektvoll sein und niemanden beleidigen oder herabsetzen.
  • Dosierung: Humor sollte sparsam eingesetzt werden und nicht von den eigentlichen Problemen ablenken.
  • Selbstreflexion: Der Mediator sollte sich selbst reflektieren und sicherstellen, dass sein Humor nicht auf Kosten anderer geht.

 

Humor ist ein zweischneidiges Schwert. Mit dem nötigen Feingefühl, Empathie und Respekt kann Humor in der Mediation ein wertvolles Werkzeug sein, um Konflikte zu lösen und eine positive Atmosphäre zu schaffen. Unachtsam eingesetzt, kann er jedoch Schaden anrichten und den Mediationsprozess gefährden.

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