Eine Mediation ist ein freiwilliges und vertrauliches Verfahren zur Konfliktlösung, bei dem eine neutrale dritte Person, der Mediator, die Konfliktparteien dabei unterstützt, selbst eine Lösung zu finden. Bevor die eigentliche Lösungsfindung beginnt, steht ein entscheidender Schritt an: die Auftragsklärung. Die Auftragsklärung ist das Fundament, auf dem die Mediation aufbaut. Ein sorgfältig geklärtes Mandat stellt die Ziele und Grenzen des Verfahrens sicher und eröffnet so den Raum, dass der Konflikt nachhaltig gelöst werden kann.
Die Auftragsklärung ist ein strukturierter Dialog, in dem ich mit dem Auftraggebendendie Rahmenbedingungen der Mediation festlege. Dabei geht es um folgende Kernfragen:
Worum geht es in dem Konflikt? Der Auftraggebendewird gebeten, den Konflikt aus ihrer Sicht darzustellen.
Was ist das Ziel der Mediation? Ich frage ab, welches Ziel aus Sicht des Auftraggebenden durch die Mediation erreicht werden soll. Ist es eine schriftliche Vereinbarung? Geht es um die Wiederherstellung einer (Arbeits-)Beziehung oder um die Klärung von Missverständnissen?
Was sind die Grenzen der Mediation? Wir besprechen, welche Themen nicht Teil der Mediation sind und welche rechtlichen oder organisatorischen Rahmenbedingungen zu beachten sind.
Wer nimmt an der Mediation teil? Welche Parteien sollten für die Klärung des Konfliktes am Tisch sitzen. Manchmal sind Konflikte so vielschichtig, dass weitere Personen oder Institutionen einbezogen werden müssen, um eine nachhaltige Lösung zu finden.
Wie sind die Rahmenbedingungen des Verfahrens? Hierzu gehören Fragen wie:
Was sind die Regeln einer Mediation? Freiwilligkeit, Eigenverantwortung, Vertraulichkeit und Allparteilichkeit des Mediators.
Grundlage für Vertrauen schaffen
Der Auftraggebende lernt mich und meine Arbeitsweise kennen. Gleichzeitig kann ich die Erwartungen des Auftraggebenden verstehen. Dieses gegenseitige Kennenlernen schafft eine vertrauensvolle Basis, die für einen offenen und ehrlichen Dialog im weiteren Verlauf unerlässlich ist.
Ziele definieren und Fokus setzen
Ohne eine klare Zieldefinition läuft eine Mediation schnell ins Leere. Durch die Auftragsklärung erfahre ich, was genau soll erreicht werden. Indem die Themen und Ziele klar benannt werden, wird der Prozess zielgerichtet und effizient ablaufen.
Verfahrensregeln und Rahmenbedingungen klären
Durch diese Klärung werden alle “Spielregeln” festgelegt. Von der Vertraulichkeit über die Freiwilligkeit bis hin zu den Kosten, damit der Auftraggebende weiß, worauf er sich einlässt. Das verhindert Missverständnisse und böse Überraschungen im weiteren Verlauf des Verfahrens.
Risiken minimieren
In der Auftragsklärung werden potenzielle Hindernisse oder Konflikte, die außerhalb der Mediation liegen (z.B. rechtliche oder finanzielle Rahmenbedingungen), frühzeitig erkannt. So werden unerwartete Probleme, die den Prozess stören könnten, von Anfang an berücksichtigt oder geklärt.
Sie können sich fragen: